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Khalid Boulahrouz und Maik Franz sind nicht nur im selben Jahr (1981) geboren. Sie haben auch einen ähnlichen Ruf in der Branche: den des Bad Boys, des Rüpels, aber auch des harten Hundes. Kaum ein Stürmer freut sich auf das Duell mit einem der beiden Abwehrmänner. Denn sowohl Stuttgarts Boulahrouz als auch Herthas Neuzugang Maik Franz teilen auf dem Platz gerne aus, greifen dabei auch mal zu unfairen Mitteln und provozieren ihre Gegenspieler. Am 3. Spieltag erhitzten die beiden kräftigen Abwehrrecken mal wieder die Gemüter und sorgten für die Aufreger des Wochenendes - auf unschöne Art und Weise. Heißsporn Boulahrouz verlor bei der 0:1-Heimniederlage des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen kurz vor Schluss die Beherrschung. Beim Stand von 0:1 ließ er Schiri Peter Gagelmann in der Nachspielzeit wissen, was er von seiner Leistung hielt, klatschte in die Hände und zeigte ihm dabei - wie die TV-Bilder später bewiesen - den Mittelfinger. Gagelmann entging der Stinkefinger, somit verwies er den Niederländer nur mit Gelb-Rot wegen unsportlichen Verhaltens des Feldes. Boulahrouz selbst zeigte nach dem Spiel keine Reue («Einen Stinkefinger habe ich ganz sicher nicht gezeigt») und auch VfB-Sportdirektor Fredi Bobic will nichts dergleichen beobachtet haben: «Die Sonne hat geblendet, ich habe die Szene nicht gesehen.» Boulahrouz hat Glück im Unglück Droht Boulahrouz nun eine nachträgliche Sperre? Nein. Da es sich um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters handelt, die Aktion also bereits während des Spiels mit der zweiten Gelben geahndet wurde, wird der Stuttgarter «nur» für ein Spiel gesperrt. Bei einer Roten Karte wäre der Fall vor dem DFB-Sportgericht verhandelt worden, und Boulahrouz hätte mit einer mehrwöchigen Pause rechnen müssen. Hätte Gagelmann gar nichts gesehen, hätte ihm ebenfalls eine Bestrafung durch das Sportgericht gedroht. «Boulahrouz hat Glück gehabt», brachte es DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Striegel auf den Punkt. Nur um eine Geldstrafe des Vereins wird der Verteidiger wohl nicht herumkommen. «Boulahrouz darf sich nicht zu so einer Aktion hinreißen lassen und muss seine Nerven besser im Griff haben. Er hat mit dem Platzverweis sich geschadet - und der ganzen Mannschaft», kündigte Bobic Sanktionen an. Verlor Franz nur das Gleichgewicht? Mit Sanktionen muss Herthas Franz nicht rechnen - höchstens mit einer Begradigung der Nasenscheidewand. Der Abwehrspieler rauschte beim Berliner Gastspiel in Hannover (1:1) nach sieben Minuten mit Konstantin Rausch zusammen. Die Nase war anschließend schief, das blau-weiße Trikot fast rot voller Blut. Doch nach einer kurzen Pause machte Franz weiter und war so noch am zweiten großen Aufreger des Spieltags beteiligt. Nachdem sein Mitspieler Pierre-Michel Lasogga den späten 1:1-Ausgleich (83.) erzielt hatte, ging es in der 89. Minute heiß her. Schiri Robert Hartmann gab einen Freistoßtreffer von 96-Zugang Christian Pander (Wählen Sie den besten Neuzugang im news.de-Fotovoto) nicht, weil Franz nach einem vermeintlichen Foul von Didier Ya Konan plötzlich am Boden lag. Die 96er und die Fans protestierten danach wie wild, Stürmer Jan Schlaudraff musste von seinen Mitspielern zurückgehalten werden, dass er nicht auf den Referee losging und Trainer Mirko Slomka versuchte noch, nach dem Schlusspfiff gestikulierend auf Hartmann einzureden. Ya Konan: «Ich wiege doch nur 70 Kilo» «Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass der Assistent ein Foul von Didier Ya Konan signalisiert hat. Ich kann das nicht nachvollziehen. Das war ein reguläres Tor», sagte Slomka. Der Beschuldigte Ya Konan sagte, er habe eine Berührung gespürt, Franz aber nicht gestoßen und gab zu bedenken, dass er doch nur 70 Kilo wiege. Er meinte damit, dass er den etwa 20 Kilo schwereren Franz ja wohl nicht so einfach mal umstoßen könne. 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke («Ich kann kein Foul sehen, da kann ich mir das noch sechsmal anschauen») hatte Franz zuvor scherzhaft auf 110 Kilo geschätzt. Sogar Hertha-Coach Markus Babbel musste später zugeben, dass die Entscheidung höchst umstritten war: «Wenn ich mir die Fernsehbilder anschaue, können wir froh sein, dass wir kein Gegentor bekommen haben.» Franz wollte sich dagegen nicht zur Szene äußern. Er dürfte sich schelmisch ins Fäustchen gelacht haben, auch wenn er sich nun erst mal um sein Näschen kümmern muss.
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